Feedback durch den Blick von Außen

„Pienzen auf hohem Niveau“ – Feedback durch den Blick von Außen

Es war einmal ein erfahrenes Team, das bereits seit vielen Iterationen an der Entstehung eines neuen Produktes mitgewirkt hatte. Das Team war eingespielt, hatte eine stabile Velocity erreicht und ließ sich durch äußere Einflüsse nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen.

Die letzte Veränderung in diesem sozialen Gefüge fand in der Mitte der aktuellen Iteration statt: ein neues Team-Mitglied wurde aufgenommen und in die bestehenden Strukturen und Abläufe integriert. Für dieses Team-Mitglied bestand die Notwendigkeit, neben der fachlichen Thematik auch das angewendete Management-Framework Scrum kennenzulernen. Die im Team benutzten Entwicklungspraktiken und -prinzipien wie Clean Code und TDD waren ihm bereits bekannt, so dass die Zusammenarbeit mit den anderen Team-Mitgliedern auf technischer Ebene keinerlei Problem darstellte.

Am großen Tag der Sprint-Turnover-Meetings kam es dann in der Closing-Phase der Retrospektive zu einer bemerkenswerten Aussage.

„Ich verstehe gar nicht, warum wir da jetzt so lange auf dem einen Thema rumreiten mussten. Für mich ist das alles Pienzen auf hohem Niveau.“

Ein schöneres Kompliment konnte für das Team gar nicht geben.

Der eigene Blick von Innen durch das Team auf sich selbst legt oftmals den Fokus auf erkannte Probleme. Ein Team kann im Laufe der Zeit das Gefühl dafür verlieren, wie viele Verbesserungen es an der eigenen Vorgehensweise schon durchgeführt hat. So kann im Team der Eindruck entstehen, dass es nicht wirklich weiterkommt, gerade wenn die Retrospektive konsequent und effektiv nach jeder Iteration durchgeführt wird.

Ein guter Retrospektiven-Moderator ist in der Lage, ein Team seine kleinen und großen Erfolge feiern zu lassen. Und er ist in der Lage, das Positive einer Iteration vom Team herausarbeiten zu lassen und durch konkret umsetzbare Maßnahmen ab der nächsten Iteration zu verstärken.

Da im Regelfall dieser Moderator auch zum Team gehört oder zumindest eng mit dem Team verbunden ist, kann auch dieser in eine Betriebsblindheit verfallen und die notwendige Meta-Ebene verlassen. Genau da hilft ein Blick von außen, der dem Team spiegeln kann, wie es gesehen wird und wo es steht.

Es kann sehr hilfreich sein, ab und zu einen externen Blick in die Retrospektive zu holen, sei es durch einen externen Moderator oder ein neues Team-Mitglied (was eine Ausnahme bleiben sollte). Auch der Außenblick eines Stakeholders oder Managers kann dem Team während der „Gather Data“-Phase einer Retrospektive entscheidende Hinweise auf wichtige, zu behandelnde Themen geben.

Fazit: öfter den Blick von Außen auf das Team einholen, um den blicken Fleck des Teams sichtbar zu machen.

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