Was ist eine Produktvision? (agilecoach.de Ausbildungskanal)

Video Nr. 4 aus dem agilecoach.de Ausbildungskanal auf YouTube: „Was ist eine Produktvision?“.

Ich erkläre Euch kurz, was eine gute Produktvision ausmacht und wie Ihr eine unmotivierende Vision erkennt.

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Hier direkt das Video…

 

Vollständige Transkiption des Videos:

Was ist eine Produktvision?

Hallo, in diesem Video möchte ich Euch was über die Produktvision erzählen. Wofür wir überhaupt eine Produktvision brauchen. Was das ist. Welche Möglichkeiten es gibt eine Produktvision zu identifizieren. Und wie wir die gut beschreiben können, damit sie für Teams und unsere Stakeholder funktionieren.

Wenn Ihr Eure Mitarbeiter oder Teams fragt: An was sie eigentlich gerade arbeiten und wofür das gut ist, dann werdet Ihr oft feststellen, dass die Leute oftmals gar keine Idee oder Vorstellung davon haben, wem das helfen könnte, was der tiefere Sinn hinter ihrer Arbeit ist und was vielleicht auch dass… ja, das gesamte globale Ziel ist von dem, was jeder einzelne tut.

Viele Teams und Mitarbeiter haben gar keine Produktvision oder sie kennen sie vielleicht gar nicht. Und das resultiert manchmal in… naja, so eine Art Zombiemitarbeiter, die ohne Sinn und Verstand ihrer Arbeit nachgehen ohne wirklich zu wissen, wofür das alles gut ist.

Mit einer guten Produktvision lässt sich dieses Manko allerdings relativ einfach beseitigen. Wenn die Leute nämlich wissen, wofür das wirklich alles gut ist, an dem sie da arbeiten. Wer die Anwender des Systems sind, dass sie gerade fertig stellen oder bauen. Und welche Notwendigkeiten, Nöte und Sorgen und Problemstellungen diese Anwender haben. Dann kann ich als Mitarbeiter ganz leicht entscheiden ob das, was ich gerade tue wirklich zielführend ist.

Laut Wikipedia ist eine Vision, das innere Bild einer zukunftsbezogenen Vorstellung. Oder, naja in unserem Fall, die langfristige Ausrichtung einer Produktentwicklung.

Die Produktvision beantwortet die grundlegende Frage: Wo wollen wir eigentlich hin und was wollen wir im Endeffekt erreichen. Wofür führen wir dieses ganze Projekt durch und wie sieht der gewünschte Endzustand aus.

Wenn wir das also hinkriegen, dass die Produktvision allen Beteiligten in unserem Umfeld bekannt ist, also das heißt typischerweise, Product Owner, Scrum Master, dem Team, dem Management und aber auch Anwendern und Kunden. Wenn wir das hinkriegen, dann besteht eine hohe Chance, dass wir diese grundlegenden Diskussionen, die in aller Regelmäßigkeit sonst stattfinden, über Sinn und Zweck von dem was wir tun, dass die gar nicht mehr stattfinden und alle wirklich fokussiert dem Verständnis und dem gemeinsamen Ziel nachgehen können.

1961 hat US-Präsident Kennedy eine ganz bekannte Vision formuliert. Er meinte damals ungefähr sowas wie: ‚Bis zum Ende dieses Jahrzehnts soll diese Nation, also die USA, einen Menschen auf den Mond geschickt haben und ihn wieder auf die Erde zurück bringen.‘ Und alle Wissenschaftler und Experten der NASA waren sich damals einig, das ist vollkommen unmöglich und unrealistisch und das werden wir niemals schaffen. Und vielleicht gerade zum Trotz, haben sie es am Ende doch geschafft. Und wie wir alles wissen, Ende der 60er Jahre gab’s die erste Mondlandung.

Für den iPod hatte Steve Jobs ungefähr folgende Vision formuliert: „Der iPod ist ein digitales Musikabspielgerät, das bis zu 5000 Song speichern kann. Du wirst also in der Lage sein, Deine gesamte Musiksammlung in Deiner Hosentasche mit Dir zu tragen.“ Und auch damals haben seine Ingenieure und alle technischen Experten gesagt, dass es vollkommen unmöglich ist: „Wir haben überhaupt nicht die technischen Voraussetzungen so ein Gerät zu bauen und so viele… so viel Speicherkapazität in einem tragbaren Format zu realisieren.“ Und am Ende haben sie es doch geschafft. Weil diese Vision einfach klar war und sich die Leute daran orientieren konnten und genau wussten: ‚Wenn wir das nicht erreichen, dann wird es dieses ganze Produkt nicht geben.‘

Für mich eine der schönsten Visionen stammt von Carl Zeiss, der für sich formuliert haben soll: „Ich möchte alle Dinge dieser Welt sichtbar machen.“ Ich kenne keine kürzere und trotz allem so prägnante Vision, wie diese.

Was unterscheidet denn die Vision, die wir jetzt gerade beispielhaft gehört haben, von typischen Visionen, wie man sie von Unternehmen oder manchmal auch von Produkten her kennt?

Ein typisches Beispiel einer Unternehmensvision, dem ich in dieser oder ähnlicher Form immer wieder begegne lautet ungefähr: „Unser Antrieb sind Innovation, Motivation und höchste Qualität.“

Überlegt Euch mal, wie motivierend das für die eigenen Mitarbeiter wohl ist.

Eine typisch zahlengetriebene Produktvision lautet dann ungefähr: „Das neue XY Produkt wird 15% mehr Umsatz erzeugen als die Vorgängerversion.“

Das klingt ja schon sehr verlockend.

Eine andere Variante könnte sein: „Mit dem neuen ABC Produkt, werden wir zum Marktführer durch den Einsatz modernster Technologien.“

Ihr seht schon, es gibt Visionen, die groß sind und vielleicht etwas überzeugender. Und es gibt Visionen die, naja sagen wir mal, die klassisch Zahlen getrieben sind. Die sehr auf das eigene Unternehmen oder die eigenen Kompetenzen zu gestrickt sind und die irgendwie überhaupt gar keine Kraft entwickeln für die Mitarbeiter und aber auch für die Kunden, das sie sagen: „Ja, das ist wirklich ne‘ Vision, ja, der kann ich irgendwie glauben und da bin ich auch bereit dieser Vision zu folgen und alles dafür zu tun, dass sie Realität wird.“

Eine Vision beschreibt also immer ein großes weit entferntes und vielleicht sogar unerreichbares Ziel. Sie muss mitreisenden Charakter haben und andere Leute dazu bewegen, sich ihr anzuschließen. Dann haben wir das Ziel mit einer Vision erreicht.

Wir wissen jetzt also welche Charaktereigenschaften so eine Vision haben muss, damit sie wirklich funktioniert und es stellt sich natürlich die Frage: Wie kommen wir denn überhaupt auf die passende Vision? Wie identifizieren wir die? Und das gucken wir uns im nächsten Video an.

Bis gleich.

 


Im agilecoach.de Ausbildungskanal auf YouTube finden sich laufend neue Videos zu agilen Themen wie Scrum, Kanban, Lean, Lean Start-up und alle artverwandten Themen.

Ich freue mich über Eure Kommentare und vor allen Dingen über Eure Fragen, die ich in kommenden Videos beantworten kann. Schickt einfach eine Mail an marc.bless@agilecoach.de oder nutzt die Kommentarfunktion unter den Videos auf YouTube.

 

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